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LEUTE in Strichen und Worten
2-seitige Portraits - Gedichte und Tuschzeichnungen


von Wis - Wieslaw Sadurski


Die LEUTE hier präsentieren sich in kurzen Gedichten, in denen ich Ihre Selbsterkenntnis, Ideen, Gefühle verspotte. Gesichter mit schnellem Strich, schneller als die Wahrnehmung.

Ein Gedichtband, wo auch Du dein eigenes Gesicht findest.



mein inneres Feuer
führe mich kühn und klar
durch Länder Menschen Schicksalswandlungen

du
das du wehst so frei durch alles was ich sehe
jage aus meinem Leben diese Ideenfetzen vom Leben
wehe durch die Endlosigkeit
und brenne
endlos
Man of Five, Zeichnung und Kunstdruck
auf einem Blatt steht ein Gedicht
daneben liegt ein Messer auf dem Tisch
auf der Straße stach ein Junge gestern
einen Mann mit einem Messer -
groß ist die Kraft der Assoziation

ich verknüpfe eins mit dem anderen
doch überall sehe ich das Eine
ich setze das Teewasser auf
und ich bin nur ein Körnchen Staub
dann schaue ich in mich hinein
und in der unerschöpflichen Helle
lacht mich das Universum an

ich geh heut nicht auf´n Bier
hab´ Halsschmerzem
hoff´ es ist keine Angina

als ich zum ersten mal die Augen öffnete
im Fruchtwasser der Mutter
segelte ein Schiff
über ihm schwebte ein Vogel
so hoch daß es im Himmel sein mußte

als ich geboren wurde vergaß ich alles
erst nach Jahren als ich
zum ersten mal meine Schenkel öffnete
übrigens einem ganz zufälligen Mann
sah ich den Vogel immer noch kreisen

deshalb bin ich nicht einverstanden
mit der Abtreibung
ich werde trotzalledem gebären
Maedchen, Zeichnung und Kunstdruck


ich mag wenn alles an der richtigen Stelle ist
das Brot auf dem Tisch der Polizist an der Ecke
der Krieg im Nahen Osten
das Schwein im Bett des Metzgers

was ich weiß das weiß ich
die Sonne ist rund
die Erde flach wie eine Münze

außerdem hat jeder große Flügel
und einen kleinen Käfig

Vollmond
heult der Wolf
elender
einsamer Wolf
läuft ständig
hinter dem Drahtzaun
heult
im Dunkel
meiner Seele
schützt mich vor Täuschung
belügt mich nicht mit Selbstmord


einst war ich ein mit dem Ball spielender Knabe
und heute weiß ich daß der Mensch
eine Scheißfabrik ist

einst ritt ich auf dem Pferd am sonnenlichten Morgen
undeutlich erinnere ich mich daß es anders war
aber ein grausamer Wind
kam auf
zwanzig dreißig Jahre sind von ihm verweht
ich stehe an der Maschine und produziere Scheiße
ich nehme Teil an Wahlen und wähle Scheiße

ich klage nicht
mein Alter ist gesichert
und ich hab´ alles was man zum Leben so braucht
nur daß alles
weich ist warm und stinkend
mit einem Wort:
Scheiße



ich bin
im Innern der großen Stadt
viel Licht Farben reiche Dekorationen
aber der Inhalt des Schauspiels
ist mir unbekannt

es leben hier ein paar Millionen Menschen
und ich weiß nicht einmal
ob sie Komödie spielen
oder Drama

bin hier fremd wie überall -
als ob ich keinen Namen mehr hätte
keine Nationalität keine Hautfarbe -
ich ernähre mich von Liebe
und lehne das Rollenspiel ab


bevor ich das Haus verlasse prüfe ich gründlich nach
ob Licht und Gasherd ausgeschaltet sind
ob keine brennende Kippe daliegt

als Kind hatte ich eine Infektionskrankheit
ich war lange im Krankenhaus
in einer Nacht
ging ich ans Fenster
den ganzen Horizont erfüllte flackernder Schein
das Warschauer Ghetto brannte

so schaute ich jede Nacht
damals hielt ich es für ein schönes Bild
und jetzt wo ich weiß daß Schönheit und Hässlichkeit
menschliche Ausflüchte sind
schaue ich sogar in den Mülleimer
ob keine Glut dazwischen ist

ich möchte nicht daß es sich wiederholt


ich habe beschlossen daß es keinen Krieg gibt
wir werden nur die Tiere morden
nur die Natur vergiften nicht uns gegenseitig

ich meine
jeder Mensch
auch ein einfacher Beamter wie ich
hat ein Recht aufs Verrecken in Frieden
nie werde ich dir vergessen
wie du Jesus gekreuzigt hast

durch deine Lieder Reden Gebete
höre ich
heiseren Atem
sehe
den blutenden verschwitzten
und noch zuckenden
Körper

es ist nicht meine Sache zu verzeihen
denn ich glaube nicht an dein gut und böse

ich werde dir nicht vergessen
was ich überall sehe:
ewiges Sterben
unsterbliche Agonie

nie werde ich dir vergessen
wie du Jesus ans Kreuz schlägst
One Stroke Man, Zeichnung und Kunstdruck

ich werde grad geboren
an einem Ort
wo Hand und Werkzeug einander begegnen
individuelles Dasein und Welt
Farben Formen

einfach wie das Atmen
und vielfältig wie der Atmende
bin nicht verständlicher
als ein Zeichen an der Höhlenwand

mein einziges Geheimnis
ist das Geheimnis des Daseins

mein Name ist Bild

Smiling One, Zeichnung und Kunstdruck
Herz Lady, Zeichnung und Kunstdruck

ziellos scheint die Sonne
bewegt sich der Wind

sorglos dreht sich die Erde
vergehen Tage

nicht zu verstehen
nur sehen und lieben

nur
das Eine
ich lache
was soll ich tun
wenn ich dich sehe

deine Liebe reitet auf einem Roß aus Gold
seiden ist dein Regenbogen
sieh dich an
wenn du die Türe schließt
schau
auf die soliden Schlösser

vielleicht bin ich verrückt
aber ich bevorzuge Armut
wenn man nichts hat
ist man der Wahrheit näher
und hier heißt Wahrheit Leiden
Demütigung Hunger Verzweiflung

lebe weiter
du wirst dich selbst überzeugen
Anarchist, Tuschzeichnung von Wieslaw Sadurski

noch vor einem halben Jahrhundert
war ich unglaublich jung
ungewöhnlich schön
ich schlief nie allein

jetzt ist das Leben eine lange Nacht
nur der Tod kommt zu mir ans Bett
erzählt mir von Menschen die ich vergessen habe
schaut in meine Augen oder kontrolliert
mit brennendem Finger meinen Puls
bewegt verneinend den Kopf
läßt mich atmen in dieser Nacht
und in ein paar anderen vielleicht
dann geht er weg
zu meiner Nachbarin

es gibt viele von uns hier im Altersheim
keiner spricht mit mir nur der Herr Tod


Rose
du bist frei
ohne Namen

weine nicht
erbleiche nicht
wenn sie dich brechen

in meiner Liebe erlebst du
alles was du warst
und was du sein wirst

freue dich! die Sonne scheint
immer noch ein paar Tage
bleiben mir und dir


es gibts nichts besseres als ein Esel zu sein
den es ist ihm erlaubt auch im eigenen Lande
laut nachzudenken
und trotz langer Ohren
verkauft er nie was er hört

glücklich in der Gleichgültigkeit
ist er ein geborener Epikureer -
hat man je gesehen daß Handschellen
die Gelenke des Esels umschlossen?

aus Angst vor dem gesellschaftlichen Echo
schickt kein Tyrann den Esel in den Knast
und die Deportation ins Arbeitslager
verträgt sich mit eurem Ideal vortreflich

außerdem verdaue ich nicht schlecht
vegetarisch - also töte ich nicht
obliege keiner Politik
und sicher gehört mir die Zukunft


erkenne nicht mein Gesicht
und weiß nicht
woher ich komme

bin aus dieser Gegend:
Adler und Wind
nennen mich Bruder

ich passierte die Zeit
sah vom anderen Ufer:
Menschen tragen gezähmte Bestien in sich
Formen sind nicht was sie zu sein scheinen

und doch
ich begegne Dir
spüre deinen Glanz

Vibration des Anbegins
das Flimmern der Funken
die Kühle der Nacht
ungebundenes Gehen
von Nirgendwo nach Nirgendwo

allmächtige Flamme


auf der anderen Seite
meines Gesichts
ist alles unsichtbar

Straßen
Leute
Wolken
haben keine Substanz
sie sind weil ich bin

und so wie ich
unberührbar
in ihrer inneren Wahrheit
und so wie ich
ohne Ziel
Portrait 17, Tuschzeichnung von Wieslaw Sadurski
hätte ich etwas Kohle
würde ich mir New York kaufen

aber so
der neue Tag
bringt die alten Schweinereien
leben kann ich nicht
hab´Angst zu Sterben

kann mir höchstens
´nen Kinobesuch leisten


Nächte und Tage
Monde und Sterne

was das Eine
mit dem Anderen
verbindet

mich
mit Dir

einen Tropfen Tau
mit der Sonne

was ist das eigentlich?

Sad girl, Tuschzeichnung von Wieslaw Sadurski

gestern war ich sechzehn

heute schneit es und ist so windig

die Sterne sind unsichtbar

ich möchte nur weinen


früher war ich allein
Messer
heißt heute mein Freund

früher
hatte ich Mutter und Vater

aber bedenke
bevor du mir in die Augen schaust
Blut ist logisch
mein Freund
könnte denken du willst was

wir waren die Kinder des Betons
sammelten uns an der Teppichstange
warfen Steine gegen die Wand
oder aufeinander

meine Mutter sagt
wenn sie mir manchmal begegnet
ich wurde an der Nase getroffen

Blut ist geflossen
als wir Kinder waren

aber wenn meine Tochter
ein Junge wäre
niemals würde ich ihm eine Pistole
kaufen oder ein Gewehr

denn das wäre so
als ob ich ihn getötet hätte


ich weiß fast nichts:

in unendlich gewaltsamer
langsamer Wandlung

die Welt schaut sich
durch meine Augen

Portrait 24, Tuschzeichnung von Wieslaw Sadurski

ich
das ist Sehnsucht

der Schnee
der auf das Meer fällt

wahrhaft wichtig
ist nur das Unbekannte


und an dieser Biegung stand ein alter Bunker
an der zerplatzten Mauer
gab es einen Tunnel der irgendwohin
führen könnte

aber es gab bloß alte
nach Pisse stinkende
Bretter

nur so viel weiss ich
über das Suchen zu sagen

wie kommt es daß ich im Morgengrauen
dieses Gedicht schreibe
daß ich an Licht glaube
daß ich glücklich bin weil es
die Sonne den Stein den Bruder gibt

es kommt vom Tod neben mir

er erlaubt mir nicht zu trauern
über den Tod eines nahen Menschen
er hebt alle Rangordnungen auf
verurteilt zum Hier und Jetzt

dank seiner wachenden Abwesenheit
läst er keine Irrtümer zu
macht mich dem Birnenbaum gleich
erlaubt mir zu tun was ich will

alles ist unwesentlich
und durchleuchtet von Glanz
ich gehe von Sein zu Sein
kann ein Wolf sein
oder ein Halm
Portret 26, rysunek Wies?aw Sadurski
ich bin einfach nicht
an das allgemeine Gravitationsgesetz
angeschlossen
und sie sagen ich sei verrückt

vielleicht stimmt es!
ich hab´doch keinen getötet
keinem glaubte ich
keinen hab´ ich belogen

lasse mich von Bienen bestäuben
die Wiese mach ich zur Spielorgel
im Kopf hab´ ich was darüber
die Sonne meine Herrschaften!

kann nicht lachen
nicht weinen
der Himmel war zerrissen
ich besuchte ein Konzentrationslager
es gab dort eine Baracke
voll mit Kinderschuhen
jetzt weinte ich

weiß nicht
wie ich es dir sagen soll
ich verstand daß meine Tränen
lästern
und auch daß ich
als kleiner Junge getötet wurde

ich lache nicht
weine nicht
wohin ich auch gehe
trete ich auf Spuren
der Kinderschuhe
der Himmel hat sich vernarbt

wie lange kann man so leben?

Vater, Tuschzeichnung von Wieslaw Sadurski


ich bin als einfaches Mädchen geboren

dann wurde ich von meinem Mann geheiratet

und dieses Kriegsgeplauder bringt nichts

sie reden aber das Fleisch wird teurer

ich bin der Schatten
meines Geistes
ich lebe in der Schattenwelt

die Menschen wenden ihre Augen vom Licht
aus Angst
und um sich gegenseitig zu sehen

die Menschen erkenne ich an der Kälte
die von ihnen herweht
ja
ich
bin erblindet
Licht
ließ sich von mir anblicken
es glich den größten Träumen die man
nicht einmal formulieren kann

vielleicht rede ich Unsinn aber das Licht
war weder vor noch hinter mir
weder innen noch außen

und jetzt wohin ich mich auch wende
weiß ich daß es nicht diese Richtung
ist



endlich
erreiche ich etwas Bedeutendes
eine Sonnenblume
wächst mir aus dem Ohr

von jetzt ab
wird sie meinen Kopf der Sonne zuwenden
und ich kann endlich
ausruhen


Lindenbäume rauschen
im Juliwind

ich liebte hier
und war geliebt

mein Weg ist unbekannt
weil ich der Weg bin

ich
das ist Unbekanntes

es ist schön
im Wind


weiß nicht
wo ich begann

wohin
ich gehe

der volle Mond
erhellt mich


Portrait 35, Tuschzeichnung von Wieslaw Sadurski es ist unglaublich
aber im Laufe der Jahre
erinnere ich mich an immer mehr

neulich zum Beispiel
an die Augenblicke
als ich noch keinen Namen trug

da waren Farben die Zeichen des Unsichtbaren
und Laute
strahlten Unhörbares aus

ich spüre daß ich zur Quelle zurückkehre
wenn ich so darüber nachdenke was nicht da ist
und ich sage dir junger Freund
seltsam ist meine Sicherheit
daß ich ohne die Augen zu schließen
durch das Sterben gehen werde

ich bin an einem großen Fluß geboren
ich schaue auf Menschen
wie auf fließendes Wasser

manchmal sauber
manchmal schmutzig

bedeutet es etwas
oder ist es einfach so?
Portrait 38, Tuschzeichnung von Wieslaw Sadurski
ich hatte ein Schloß auf´m Glasberg
jetzt hab´ich´n Schloß von 'ner aufgebrochenen Tür

der Bulle hat´s vom Fußboden aufgehoben
um´s nach mir zu schmeißen

vielleicht nimmst du´s
um dein Maul zu schließen
wenn du wieder drauf bist
den Scheiß von Demokratie zu quatschen
manchmal glaube ich
das Jüngste Gericht
hat bereits stattgefunden

die Trennung in Verdammte und Verdammende
ist vollzogen
und alle wurden auf die Erde geschickt
zum ewigen Leben
bis zum Erwachen

manchmal
ist mir das alles zuviel
noch kann ich nicht sterben
bin noch nicht geboren

meine Aura besteht aus Rußflockchen
doch kann ich nicht verloren gehen
ich hab´mich noch nicht gefunden

manchmal
paßt kein Gesicht zu mir
ich zweifle
an der Rechtskraft des Urteils

in der Natur geht nichts verloren
wer weiß
vielleicht zirkulliert das Blut von Jesus
noch immer
im Kreislauf des Menschen
der die Straße entlang geht
die Sonne über´m Kopf
wer weiß wer leben wird
wer stirbt

etwas
geht zu Ende
es schien mir daß ich sang
doch es war ein innerer Blutsturz

ich brauche ein paar Groschen
für ein Bier dann für das nächste

vielleicht schmeißt du ´ne Runde
oder
sagst mir wie man leben sollte
Nacht
gib mir Vertrauen
und mit der Dunkelheit
Gnade

erleuchte mich
Morgen
wohin ich auch gehe
Portrait 42, Tuschzeichnung von Wieslaw Sadurski
lange durchkreuzte ich heute Nacht die Straßen
fütterte mein inneres Schwein
auf dem erschütternden Beton
weit von den einfachen Dingen
die einen zum Menschen machen
ein Bauernhof mit Heuschober
Geruch des Feuers
Taugras auf dem man barfuß läuft

von dem Abfall der westlichen Zivilisation beschmutzt
womit?
einzig mit dem Beton hab´ ich etwas gemein
Januarnacht
segne mein Mühen
mach daß es selbstlos wird
und Frieden bring der Erde

ich befreie mich
von Vorstellungen Visionen
verlasse Freunde
Anschauungen Verstand

Januarnacht Schnee Wind
seid mir verwandt
tragt die Last
der Brüderlichkeit

wohin bin ich gewendet
mit meiner unruhigen Fülle?
wovon nehme ich Abschied?
was begrüße ich?
spreche ich überhaupt?!


willst du was wissen?

frage den Wind
im Feld

ich muß nicht reden
es reicht
daß ich bin
Portrait 47, Tuschzeichnung von Wieslaw Sadurski
Bella, rysunek Wies?aw Sadurski


erleuchtet vom Blitz
im Aufflammen
mit Erde und Himmel verbunden

befreit von
frei für
leer
formlos
offen

ohne Ziel
ohne Gedächtnis
geschmolzen im Licht

nein
ich bin noch nicht erwacht

ich lasse mich von Träumen tragen
wohin sie auch eilen

und sehne mich

ach! sehne mich inbrünstig
und weiß nicht wonach
aber es ist etwas Empfindliches
wie Frühlingszweige im Glas

etwas
einfaches wie Leben
das ich traüme

in der Vorahnung
daß mir ein Erwachen bevorsteht
Portrait 49, Tuschzeichnung von Wieslaw Sadurski
mein Hund hieß Rex also König

ich war fünf Jahre alt
als ich den letzten Hund hatte
ein Schwarzes Loch verschlang ihn
er wurde an einen Baum
mit einer Kette gebunden
und erschossen

man hat mir alles erklärt

ich sah es und wenn
ich mich über irgendetwas wundere
dann über meine Emotionslosigkeit

ich war fünf
und hatte volles Verständnis

dieses ist mir bis heute geblieben

schaffe ich es dir zu sagen?

bald könnte ich verschwinden
möchte verständlich sein

Grenze Militärblöcke Geschichte und Klassen -
alles nur Schein!

kümmert mich nicht die Zukunft der Welt?
Ausgang des Krieges? Atomraketen?
ewiger Frieden? soziale Gerechtigkeit?

ich sage dir ernsthaft
am Leben erhalte ich keinen Polizisten
keinen Soldaten und kein Punkt einer Ordnung
betrifft mich
und deine Sorgen Ansichten Diskussionen Kämpfe -
alles Mehlmahlen!

ich sage es nicht gegen dich
fast beneide ich dich
so viel Zeit hast du für alles und ich
bin zum Tod-sein verurteilt
immerzu scheint mir
es ist das vorletzte Wort
die letzte Sekunde

wenn es die letzte Stunde sein sollte!
hätte ich noch Zeit für die Mutter
Erinnerungen und das ganze Meer
aber das ist buchstäblich das letzte Einatmen
begreifst du?
es gibt nichts anderes
die ganze Unendlichkeit erfüllt das Unbekannte!

ich bin eigentlich kein Mensch
ich habe mehr gemein
mit dem Leben



es ist ohne Bedeutung
in welche Richtung
wir traümen

was habe ich heute getan
daß ich so glücklich bin

ich ging die Straße lang
es wehte
ein Kind lächelte mich an

als ich mich im Park auf die Bank setzte
kam ein Hund
und leckte mir die Hand

ich habe nichts getan
wirklich nichts
zum ersten Mal

dir gegenüber bin ich allein
wie angesichts der Welt

der Sommerhimmel
ist voll und klar

morgen bin ich nicht mehr
darunter
Portrait 52, Tuschzeichnung von Wieslaw Sadurski
Portrait 59, Tuschzeichnung von Wieslaw Sadurski in der Aprilduftweite
Krähen schreien
fliegen übers Haus
seit unvergessenen Morgengrauen

am Fenster
mein - nicht mein
Körper

unten bis an den Horizont
meine - nicht meine
Stadt

in der Weite
die ich bin
in English - Peoplepo Polsku - Poezje
 
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